Zanzibar
 

Reisebericht - Sansibar

Beim Anflug auf Sansibar, einer lnselgruppe, die aus der Hauptinsel Unguja und den kleineren Nachbarinseln Pemba und Tumbatu besteht und vor der Küste Tansanias liegt, fällt als erstes die dichte Vegetation aber auch die starke Besiedlung dieser Inseln auf. Stonetown, die grösste Stadt auf Unguja ist ein Schmelztiegel ganz verschiedener Völker, Kulturen und Religionen. In der Geschichte Ungujas haben sowohl arabische, indische, aber auch europäische Händler ihre Spuren hinterlassen. Sie handelten vor allem mit Gewürzen, die noch heute neben dem Tourismus eine der Haupterwerbsquelle der Einwohner der Inseln sind. Daneben wurde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts der gesamte Sklavenhandel Ostafrikas über diese Inseln abgewickelt.

Bis vor einigen Jahren lebten diese verschiedenen Kulturen und Religionen zwar recht abgesondert aber doch friedlich nebeneinander. Unterdessen sind aber islamische Extremisten auf dem Vormarsch. Die Übergriffe auf Christen und Kirchen häufen sich. Im Juni 2011 wurde auf Pemba eine Kirche, im Juli auf Unguja zwei Kirchen von Islamisten niedergebrannt. Auch finden immer wieder Landenteignungen von Christen und Kirchgemeinden statt, ohne dass die Polizei oder Gerichte dagegen vorgehen würden. Noch bevor eine Kirchgemeinde mit dem Bau einer Kirche begonnen hat, lassen die Behörden eine Strasse durch ihr Grundstück verlaufen oder eine ranghohe Persönlichkeit annektiert das Grundstück und lässt darauf ein Hotel oder ein Privatvilla errichten. Mit jahrelang andauernden kostspieligen Prozessen wird versucht, die Christen dazu zu bringen, auf ihr Recht zu verzichten und sich ein anderes Grundstück für den Bau ihrer Kirche zu suchen. Ein von einer Landenteignung betroffener Pastor beschreibt es folgendermassen: „Man übervorteilt uns wie manche Kinder. Unsere Rechte werden nicht respektiert."

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass es fast keine einheimischen Christen gibt. Die Mehrheit der Christen, die auf den Inseln leben, sind vom Festland zugewandert und kommen nicht aus einem muslimischen Hintergrund wie die wenigen einheimischen Christen. Die Personen von Festland sind bedeutend besser ausgebildet als die Inseleinwohner und besetzen viele einträgliche Posten im Tourismus, was bei der lokalen muslimischen Bevölkerung zu Unmut führt.

In allen Gemeinden, die wir auf den beiden Inseln Unguja und Pemba besucht haben, haben uns die Gläubigen darum gebeten, nicht aufzuhören, für sie im Gebet einzustehen. Das Bewusstsein, dass sie nicht alleine sind und Christen aus aller Welt mit ihren Gebeten hinter ihnen stehen, gibt ihnen die Kraft, Jesus auch in den Schwierigkeiten und Angriffen weiter treu nachzufolgen.

September 2011