Gebetskampagne

Gefährlicher Glaube

Bilanz der Gebetskampagne für Christen in der islamischen Welt

"Es tut gut zu hören, dass ihr für uns betet"

Seit drei Jahren beteiligen sich Christen aus der ganzen Welt an der Gebetskampagne von Open Doors für die Geschwister in der islamischen Welt. Eine Übersicht mit Experten der Kirche in der Region zeigt, dass das Leben für Christen mit muslimischem Hintergrund noch schwieriger geworden ist. Als Ermutigung aber ist unser Gebet für sie von unermesslichem Wert, wie viele Dankesschreiben und Zeugnisse belegen.

"Wir brauchen Ihre Gebete und Anteilnahme. Zu wissen, dass wir nicht allein sind, sondern im Leib Christi vereint, macht uns Mut", sagte ein iranischer Pastor bei einem Besuch von Open Doors. Die Frau eines anderen Pastors ergänzte: "Wir sind sehr isoliert. Es tut gut zu hören, dass ihr für uns betet." Die Worte dieser Christen muslimischer Herkunft stehen beispielhaft für die vielen Dankesschreiben, die uns täglich erreichen. Die geistige Stärkung und Ermutigung der verfolgten Geschwister gehört zu den wichtigsten positiven Ergebnissen der Gebetskampagne.

Wachsender Druck
Die Früchte des Gebetes sichtbar zu machen, ist natürlich schwierig. Von aussen gesehen geben die Entwicklungen in der islamischen Welt für christliche Experten eher Anlass zur Sorge denn zur Freude: "Seit dem Beginn der Gebetskampagne 2008 gab es grosse Veränderungen. Letztes Jahr brach unerwartet der ‚arabische Frühling’ an. Diktaturen und korrupte Politiker wurden gestürzt; viele Länder sind im Umbruch. Damit wuchs die Hoffnung auf einen Neuanfang mit mehr (Glaubens-)Freiheit, aber auch die Furcht vor noch grösseren Restriktionen. Letzteres hat sich leider bewahrheitet: Für Christen, die vom Islam ‚abgefallen’ sind, ist der Druck spürbar gestiegen."

Kirche als Werkzeug Gottes
Nach Einschätzung eines Kirchenmitarbeiters steht die Region an der Schwelle zu einer grossen Wende. "Die Verfolgung mag zunehmen, aber Gott hat seine Hand im Spiel. Die Gebetskampagne dient zur Stärkung und Läuterung der Kirche. Dadurch wird sie immer mehr zum Werkzeug Gottes." Ein wichtiger Erfolg der Gebetskampagne ist, dass die Welt auf die "heimlichen Gläubigen" aufmerksam wurde. "Christen in freien Ländern kämpfen an ihrer Seite einen geistigen Kampf, damit sie den Angriffen der bösen Mächte das Licht des Reiches Gottes entgegenstellen können."

Das Kreuz tragen
Im Iran zum Beispiel wächst die Kirche stetig – und damit auch die Verfolgung. Die Zahl der gefangenen Christen und der Druck auf die Hausgemeinden haben zugenommen. "Doch die Gläubigen nehmen dieses Kreuz auf sich. Es gehört für sie zu einem christlichen Leben." Auch auf der arabischen Halbinsel werden Konvertiten muslimischer Herkunft weiterhin verfolgt und ausgegrenzt. Ein grosses Problem ist, dass sie allein sind, da es wenige Hausgemeinden gibt und es unmöglich ist, Kirchen von Ausländern zu besuchen. Trotzdem wächst die Zahl der Muslime, die sich für das Evangelium öffnen.

Islamisten bremsen den Aufbruch
In Nordafrika hat der "arabische Frühling" den Kirchen nichts Gutes gebracht. "Es besteht die Gefahr, dass auf die alten autoritären Regimes Islamisten folgen, wie man z.B. in Tunesien oder Libyen sieht." In Mauretanien geht die Polizei auf Druck islamischer Geistlicher gegen christliche Aktivitäten vor. In Marokko wurden 150 christliche Ausländer abgeschoben. "Die Kirche ist sich selbst überlassen, und die Zahl der Besucher von Gottesdiensten und Bibelkreisen hat sich halbiert. Der positive Effekt ist, dass sie die Einheit mehr pflegen."

In Libyen hat das 40 Jahre dauernde, eiserne Gaddafi-Regime eine ganze Generation geprägt. Die neue Regierung wird wieder islamisch sein. Die wenigen Christen müssen ihren Glauben weiterhin im Geheimen leben. Die Anerkennung der Protestantischen Kirche in Algerien ist ein grosser Fortschritt, die einzelnen Gemeinden werden aber wieder strenger überwacht.

"Positiv ist das wachsende Interesse am Christentum überall in der Region. Gott bewirkt Veränderungen in den Herzen."

Gebet und Taten
Parallel zur Gebetskampagne steht Open Doors den verfolgten Christen in der islamischen Welt tatkräftig zur Seite, mit Jüngerschafts- und Leiterschulungen, mit der Verteilung von Bibeln und Literatur, verschiedenen Projekten zum Lebensunterhalt und der Entwicklung von christlichen TV- und Radioprogrammen oder Internetseiten. Dieser Dienst ist überall in der Region von grösster Bedeutung. "Es ist oft der einzige Weg, die Menschen zu erreichen und neue Christen zu begleiten."

Im Namen der Christen in islamischen Ländern danken wir Ihnen, dass Sie mit uns das Werk, das Gott dort vollbringt, unterstützen. Sie zählen darauf, dass wir ihnen weiterhin zur Seite stehen.

Zeugnisse
"
Die christlichen TV-Programme zogen mich an wie ein Magnet. Die Lehren Jesus sind voller Liebe und Vergebung. Sie verheissen Erlösung und ewiges Leben. Ich bin als Muslim aufgewachsen, aber ich fand nie Frieden im Islam. Jetzt folge ich Christus nach, obwohl ich Angst habe vor den Folgen. Bitte betet für mich."
Ahmed (Pseudonym), Jurist, Saudi-Arabien

"Als Kind stellte ich im Religionsunterricht viele Fragen über den Islam. Doch die Antworten waren unbefriedigend. Nach einem Traum habe ich mein Leben Jesus übergeben: Ich sah ich mich in einer Moschee. Es war stockdunkel. Als ich heraustrat, umfing mich hell leuchtendes Licht. Heute verstehe ich: Jesus ist das wahre Licht. Er hat mich von der Finsternis ins Licht geholt."
Ehemaliger Muslim in Saudi-Arabien

"Ein ehemaliger Muslim erzählte uns, dass er nach seiner Bekehrung aus Furcht vor seiner Familie trotzdem mit ihnen um die Kaaba ging. Anstatt Koranverse zu rezitieren, betete er in seinem Herzen zu Jesus."
Koordinator christliche Medienprogramme

Dezember 2011