Frauen im Fokus
„Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwester getan habt, das habt ihr mir getan.“ Matthäus 25,40 (Die Gute Nachricht)Die Frauen der verfolgten Kirche müssen sich tagtäglich vielfältigen Herausforderungen stellen, ihr Leben ist ein ständiger Kampf, den sie oft alleine führen müssen.
Rechtlosigkeit
In vielen Ländern haben Frauen keine Rechte. Von der Gesellschaft und der Familie wird die völlige Unterordnung der Frauen erwartet. Sie dürfen zum Beispiel ohne die Erlaubnis ihres Mannes oder ihres Vaters keinen Gottesdienst besuchen. So sind sie häufig total isoliert und haben kaum die Möglichkeit, mit Gläubigen zusammenzukommen und auch der Zugang zu christlichen Schriften oder Medien bleibt ihnen verwehrt.
Open Doors organisiert Seminare für Frauen, damit sie durch Gemeinschaft und Bibelstudium für ihren Alltag gestärkt werden.
Armut
Viele Frauen leben in hoffnungsloser, unbeschreiblicher Armut. Wenn ihre christlichen Männer im Gefängnis sind oder sie ermordet wurden, so müssen sie alleine für den Lebensunterhalt ihrer Familien aufkommen. Als Christinnen finden sie meist keine Arbeitsstelle und können darum ihre Lebenssituation kaum verbessern. In China z. B. müssen sie das Arbeitssoll ihres Mannes zusätzlich übernehmen und leisten Schwerstarbeit.
Open Doors bietet mittels Kleinkredite eine Hilfe an, damit Frauen z.B. durch das Eröffnen eines Restaurants oder eines Geschäfts zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen können.
Gewalt und Unterdrückung
Viele Frauen sind Opfer von Gewaltverbrechen. In der Gesellschaft, in der sie leben, gelten sie als Sach-Eigentum des Mannes. Sie haben keine Rechte oder Möglichkeiten sich zu wehren. Gewaltverbrechen und Vergewaltigungen sind für viele leidende Frauen trauriger Alltag. Als Angehörige einer religiösen Minderheit gelten sie ausserdem in diesen Ländern als Menschen zweiter Klasse.
In Ägypten müssen christliche Eltern von Mädchen dauernd fürchten, dass ihre Töchter entführt, zwangsislamisiert und anschliessend zwangsverheiratet werden.
Open Doors organisiert für Mädchen spezielle Treffen und Kurse an sicheren Orten. Unterstützung bei der Traumabewältigung durch dafür ausgebildetes Fachpersonal und konkrete Hilfe für die Betroffenen sind wichtig, um ihnen einen Neuanfang zu ermöglichen.
Benachteiligung
Durch den geringen Wert, den Frauen in diesen Gesellschaften haben, bekommen sie selten Zugang zu Bildung. Viele Frauen sind Analphabeten.
Open Doors organisiert Kurse (z. B. in Bangladesch) um Frauen zu ermöglichen, Lesen und Schreiben zu lernen. Durch diese Fähigkeit können sie ihre Bibel selber lesen. Sie können ihre Rechte besser wahrnehmen, denn Lesen ermöglicht ihnen z.B. auch das Prüfen von Verträgen. Ausserdem kommen ihre neuerworbenen Fertigkeiten auch anderen Frauen in ihrem Umfeld zugute. Damit steigt ihr Ansehen in ihrer Dorfgemeinschaft und sie werden zu einem Zeugnis für andere Frauen.
Aber auch wir können von unseren Schwestern in der verfolgten Kirche viel lernen. Der Mut und die innere Stärke von Frauen, die unter schwerer Verfolgung leben, kann unser Leben für immer verändern. Ihre Treue und Hingabe kann uns ermutigen, im Glauben zu wachsen. Die Frauen der verfolgten Kirche zeigen uns, dass Gott mitten in der schwarzen Nacht gegenwärtig ist und seine Geborgenheit und Güte auch im Dunkeln sichtbar werden kann.