Keine Sicherheit für somalische Flüchtlinge in Kenia

Der lange Arm der somalischen Extremisten reicht bis über die Grenze hinaus. Seit vergangenem Jahr wurden in Kenia mehrere christliche Flüchtlinge brutal angegriffen.

Haus in Mogadischu nieder. Er und seine Frau mit den sieben Kindern kamen knapp mit dem Leben davon. Bei den Kampfhandlungen im Quartier kamen 150 Menschen um, Moses wurde schwer verletzt. Als Konvertit aus dem Islam und Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation stand er schon lange im Visier der Extremisten. Nach einer wochenlangen, gefährlichen Flucht kam die Familie in einem Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab unter. Dort fehlte jede Kontrolle, jedermann ging ungehindert ein und aus, darunter auch ASM-Extremisten in Zivil. Als sie Moses mit dem Tod drohten, floh die Familie erneut und fand mit Hilfe christlicher Kontaktleute Unterschlupf in einem Dorf. Auch dort fühlen sie sich nicht sicher und haben kaum genug für den Lebensunterhalt. Moses ist aufgrund seiner Verletzungen zurzeit arbeitsunfähig, und seine Frau, die mit Brotbacken etwas verdient, erwartet Zwillinge. Moses hofft, dass sie irgendwo Asyl bekommen.

Auch Adam Musse Othman (60) in Nairobi sucht mit seiner Familie in einem Drittland Zuflucht, seit kürzlich sein Foto in einer Moschee aufgehängt und er als Gefahr für den Islam angeprangert wurde. Die muslimischen Exilsomalier fanden heraus, dass er Bibelauszüge und den Jesus-Film auf Maay, einer somalischen Dialektsprache, übersetzt hatte. "Ich bekam mehrere telefonische Morddrohungen", sagte Othman. "Nun beantragte ich beim UN-Flüchtlingshochkommissariat die Umsiedlung. Es geht um Leben und Tod." Er war vor zehn Jahren nach Kenia geflohen, als Extremisten ihn als medizinischen Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation bedroht und vier Christen in seinem Umfeld erschossen hatten.

Im November 2011 kamen bei einem Granatenangriff auf das Haus von Patrick Mutinda, Mitarbeiter einer afrikanischen Pfingstkirche außerhalb von Garissa, seine jüngste Tochter Winnie (8) und John Kikavu (25) um. Zwei weitere Kinder und die Grossmutter wurden schwer verletzt. Der Pastor einer anderen Gemeinde wurde über SMS mit dem Tod bedroht. In einer anderen Stadt wurde Hassan (25) halbtot geschlagen.

"Danke, dass ihr versucht mit uns in Kontakt zu bleiben und uns in dieser schweren Zeit beizustehen. Bitte betet für uns."
Somalischer Pastor in Kenia

(Januar 2012)