Ergebnisse einer Studie zu Übergriffen der burmesischen Armee auf Chin-Christen
Burmesische Soldaten wenden einem jetzt veröffentlichten Bericht zufolge Zwangsarbeit, Folter und Vergewaltigungen an, um die mehrheitlich christlichen Einwohner des westburmesischen Staates Chin zu verfolgen.
Unter dem Titel "Leben unter der Junta: Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Burmas Chin-Staat" hat der Bericht von Physicians for Human Rights "außergewöhnliche Levels staatlicher Gewalt" gegen die ethnische Chin-Bevölkerung dokumentiert. Die Chin sind schätzungsweise zu 90 Prozent Christen, und die Studie weist darauf hin, dass es deshalb schwierig ist, religiös motivierte Angriffe von ethnischen oder anderen Menschenrechtsübergriffen zu trennen. Christenverfolgung soll zu einer breiteren Kampagne der burmesischen Junta gehören, um eine homogene Gesellschaft zu schaffen, in der die einzige akzeptierte Religion der Buddhismus ist. Das geht aus einem 2007 im Karen-Staat verbreiteten amtlichen Memorandum hervor, in dem Anweisungen gegeben wurden, wie Christen aus dem Staat zu vertreiben seien. Befragte, auf die man es ihres christlichen Glaubens und ihrer Volkszugehörigkeit wegen besonders abgesehen hatte, erzählten, dass Soldaten ihnen mit der Zerstörung ihrer Häuser oder Dörfer gedroht hätten sowie damit, ihren Familienmitgliedern etwas anzutun oder sie zu töten. Insgesamt 71 Haushalten aus 13 von 90 befragten Dörfern und Städten zufolge zerstörten amtliche Stellen auch ihre örtlichen Kirchgebäude. Zu den brutalsten Angriffen gehörte die Zwangsverpflichtung zum Wehrdienst, Entführung oder Ermordung von Kindern unter 15 Jahren sowie die Vergewaltigung von Männern, Frauen und Kindern. Burmesische Soldaten waren für 94,2 Prozent aller spezifisch ethnisch und religiös motivierten Zwischenfälle verantwortlich, die in der Studie erhoben wurden. Auf die Frage, warum die burmesische Armee so gehandelt habe, antworteten 15 Prozent der Befragten: "Weil wir Christen sind". Weitere 23 Prozent erwiderten: "Um uns zu verfolgen", und wieder andere 23 Prozent sagten: "Weil wir Chin sind".
Zusammenfassung der Studienergebnisse nach Sarah Page, Januar 2011