Ein Jahrzehnt der Christenverfolgung in Indien

Mit durchschnittlich 130 gewalttätigen Übergriffen pro Jahr (149 allein 2010) haben die Angriffe auf Christen im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen, wie der jüngste Bericht der Evangelischen Allianz Indiens (EFI) belegt.
Am meisten betroffen ist die Kirche in den vier Bundesstaaten Karnataka, Andhra Pradesh, Madhya Pradesh und Chhattisgarh, wo 2,7 Millionen der rund 23 Millionen Christen leben. Für die EFI deutet diese Konzentration der Verfolgung darauf hin, dass sie "Teil einer systematischen Kampagne einflussreicher hindu-nationalistischer Organisationen ist, welche sich straflos über Recht und Gesetz hinwegsetzen".
Dem Nachrichtenmagazin idea zufolge wurden Christen bei einer hinduistischen Grossveranstaltung in Mandla (Bundesstaat Madhya Pradesh) heftig angegriffen. Mitte Februar hatten sich etwa 2 Millionen Hindus am Fluss Narmada zu einer "Sozialversammlung" getroffen. Mehrere Redner beschuldigten Christen, dass sie Sozialarbeit für missionarische Zwecke missbrauchten. Solche Missionare seien wie Wanzen, die "das Blut unschuldiger verletzlicher Menschen saugen; Wanzen sollte man töten, sonst werden sie weiter Blut saugen."
Nach dem Generalsekretär des Gesamtindischen Christenrates, John Dayal, wollten nationalistische Hindus mit solchen Veranstaltungen die Region von christlichen Missionaren "säubern". Die erste derartige Aktion 1998 in der Provinz Dangs (Gujarat) war der Beginn der Diskriminierung von Christen.

März 2011