Nordkorea: Zu Kim Jong-il’s Tod - Nirgends ist die Glaubenfreiheit eingeschränkter

Kaum einer verletzte die Glaubensfreiheit so stark, wie Kim Jong-il. Unter seiner Diktatur galt strickt die Staatsideologie, Abweichler landeten zur Umerziehung in Arbeitslagern. Seit zehn Jahren liegt das verschlossenste Land der Welt auf Rang 1 des Weltverfolgungsindex von Open Doors und wird höchstwahrscheinlich auch beim Erscheinen des Index 2012 am 4. Januar an der Spitze bleiben.

Roggwil, 20. Dezember 2011 – In keinem Land der Erde ist sowohl die Bewegungs- wie auch die Glaubens- und Meinungsfreiheit derart eingeschränkt, wie in Nordkorea, erst unter Kim Il-sung (dem "Grossen Führer") und seit 1994 unter Kim Jong-il (dem "Lieben Führer").
Beide forderten götzengleiche Verehrung, die einzige, gestattete Ideologie ist die «Juche»-Philosophie (sprich "Tschutsche"). Eine andere Religion zu wählen ist untersagt, wer dies dennoch tut, muss dies im Versteckten tun, ansonsten wartet die Deportation in eines der rund 20 Arbeitslager, in denen über 50‘000 Christen schmachten. Sie bilden mit Abstand die grösste, wenn auch nicht offiziell erfasste, religiöse Minderheit. Immer wieder erreichen uns Nachrichten von Tod durch Erschöpfung aufgrund unmenschlicher Arbeitstage aber auch durch Hinrichtungen.
Open Doors führt Nordkorea seit zehn Jahren auf Rang 1 des Weltverfolgungsindex, dies sogar mit deutlichem Abstand auf die nachfolgenden Nationen. Der "Liebe Führer" geht als unmenschlicher Diktator in die Geschichte ein.

Open Doors wünscht Freiheit
Faktisch steht Kims jüngster Sohn Kim Jong-un (27) als Nachfolger fest. Dieser hat laut einer Vielzahl von Medienberichten in der Schweiz, in der internationalen Schule in Gümligen, studiert. Eric Lecomte, Leiter von Open Doors Schweiz: «Wir wünschen uns, dass sich nun unter Kim Jong-un die Lage bezüglich der Glaubensfreiheit verbessert. Selbst der Besitz einer Bibel reichte, um eingekerkert oder exekutiert zu werden.»
Eine Christin, der die Flucht aus Nordkorea gelang, erklärte uns vor wenigen Stunden, dass die Gefühle unter Nordkoreanern gemischt sind. "Ich rechne nicht mit schnellen Veränderungen. Auch wenn die absolute Macht gestorben ist, die Generäle und andere Führer werden um jeden Preis die Kontrolle behalten wollen." Derzeit sind die Grenzen zu Nordkorea abgeriegelt, jede Strasse und jede Gasse wird von Patrouillen kontrolliert.

Source(c) 2011 Open Doors (Roggwil, Schweiz)