Angst zu Weihnachten - Keine "Stille Nacht" für viele Christen

An manchen Orten fürchten sich Christen zu Weihnachten. Im letzten Jahr wurden sie in den unterschiedlichsten Kulturkreisen Opfer von Diskriminierung, Gewalt und Terror. Der indische Stadt Goa hat seine Anti-Terror-Bestrebungen bereits vorsorglich verstärkt.

Roggwil, 22. Dezember 2011 – Die Tage um Weihnachten 2010 zeigten es deutlich: wo Christen in der Minderheit sind, wird ihnen in verschiedenen Erdteilen ihr höchstes Fest, Weihnachten, verübelt und mit Schikanen und Terror überzogen.

Beispiel Ägypten: 21 koptische Gottesdienstbesucher starben in Alexandria durch einen Bombenanschlag in der Neujahrsnacht und ein Jahr davor wurde das Feuer eröffnet, als die Besucher der Heiligabend-Messe in Nag Hammadi ihre Kirche verliessen – sechs Menschen starben im Kugelhagel.

Beispiel Bangladesch: Im Gebiet Chittagong Hill Tracts vereitelte die buddhistische Partei "United People’s Democratic Front" die Weihnachtsfeiern in mindestens sieben Kirchen. Die Buddhisten, selber eine Minderheit in Bangladesch, nicht aber in dieser Gegend, gestatteten den Christen einzig, dass sie gemeinsam Reis und Curry assen; aber selbst eine Stille Zeremonie ohne Musik wurde ihnen strikt untersagt, mit der Drohung "unvorhersehbarer Konsequenzen". Ausserdem drängten sie den Pastoren zum Buddhismus zurückzukehren. Auch bedrohte die Partei die lokale Bevölkerung, wenn sie den Christen eine Feier gestatten würden, würden auch sie in Schwierigkeit geraten.

Beispiel Indonesien: Eine Lokalbehörde in Bogor, auf West Java, versuchte, die Christen davon abzuhalten, ihre wichtigste Feier in ihrer Kirche zu begehen, dies kurz bevor der Festakt beginnen sollte. Die Kirche wurde abgesperrt. So feierten sie schliesslich in einem Festzelt, welches die Christen ebenfalls gemietet hatten. Die Partei "Islamic People’s Forum" forderte den Abbruch der Feier und stachelte Leute zum Protest auf. Während die Christen zum Schluss "Stille Nacht" sangen, schrie der Mob: "Allahu akbar", die Polizei konnte einen Angriff verhindern.
Anderenorts, in Rancaekek, forderten Muslime, dass bei einer geschmückten Kirche die Dekoration entfernt wird.

Beispiel Irak: Wegen der Bedrohungslage richteten viele Kirchen keine Feier mehr aus. Im einst christlichen Land wurden nur noch kurze Gebetszusammenkünfte durchgeführt.

Beispiel Nigeria: An Heiligabend töteten extreme Muslime in Borno einen Pastoren und fünf weitere Christen. Bei weiteren Anschlägen während Weihnachten starben laut Regierungsangaben rund 80 weitere Christen.

Beispiel Vietnam: Trotz anderslautenden Versprechen wurden Christen von den Behörden hingehalten und erhielten erst im letzten Augenblick die Erlaubnis, für einen Grossanlass. Das stellte die Organisation auf den Kopf, denn die "Last-Minute-Bewilligung" kam fünf Stunden vor dem Ereignis. Mit einem immensen Kraftakt konnte die Infrastruktur zumindest spartanisch errichtet werden und aus verschiedenen Landesteilen strömten Menschen mit Bussen zur Feier, zuletzt zelebrierten rund 20'000 Personen die ersehnte Konferenz.

Drohkulisse in Indien
Im indischen Staat Goa versetzt die Regierung Polizei und Spezialeinheiten in Alarmbereitschaft. Dies weil es konkrete Hinweise auf mögliche Terrorangriffe zu Weihnachten und Silvester gebe. Unvergessen sind in Indien Verfolgungsjagden radikaler Hindus, als 59 Christen ermordet wurden, 4000 Kirchen und Häuser, die Christen gehörten, angezündet und 50'000 Menschen in die Flucht geschlagen wurden. Dies geschah im September 2008, Weihnachten verbrachten die Geflohenen in Flüchtlingslagern.

Source(c) 2011 Open Doors (Roggwil, Schweiz)