Nordkorea: Welche Zukunft für die Christen?

Wird sich an der Situation der Christen in Nordkorea nach dem Tod von Kim-Jong-Il etwas ändern? Nordkorea ist im Weltverfolgungsindex von Open Doors schon seit Jahren an der Spitze und wird voraussichtlich auch im nächsten Index, der am 4. Januar 2012 veröffentlicht wird, den ersten Rang belegen.

North KoreaBei seinem Tod hinterlässt Kim-Jong-Il eine traurige Bilanz: Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1994 hat er die bereits von seinem Vater geschaffenen Arbeitslager stark ausgebaut. Christen gelten in Nordkorea als Staatsfeinde, und schon allein der Besitz einer Bibel kann eine ganze Familie in ein Arbeitslager bringen. Zur Zeit befinden sich schätzungsweise 50‘000 bis 70‘000 Christen in diesen gefürchteten Lagern, und weitere 300‘000 müssen ihren Glauben unter ständiger Angst im Verborgenen ausüben.

Wie von seinem Vater gewünscht, wird voraussichtlich sein dritter Sohn, der 28-jährige Kim-Jong-Un seine Nachfolge antreten. Kenner der politischen Verhältnisse in Nordkorea gehen davon aus, dass er noch härter als sein Vater gegen die Christen vorgehen wird. Dennoch nimmt die Zahl der Christen im Untergrund weiter zu.

Die Bedeutung von Weihnachten für nordkoreanische Christen
Inmitten dieser politischen Umwälzungen naht auch für die Christen in Nordkorea Weihnachten, ein Fest, das sie nur in ihren Herzen feiern können:

Eun-Yeong wird Weihnachten in einem nordkoreanischen Arbeitslager verbringen, wo jede Art der Glaubensbekundung strengstens verboten ist. Seit sie festgenommen und in ihr Heimatland abgewiesen wurde, betreut Open Doors ihre Kinder, die in China zurückgeblieben sind. Sie werden das Weihnachtsfest ohne ihre Mutter verbringen müssen, werden ihr aber mit Gebeten und in Gedanken nahe sein.

Pil-Soo ist ebenfalls Nordkoreaner, lebt aber als illegaler Flüchtling in China. Manchmal geht er das Risiko ein, an einem Gottesdienst teilzunehmen. Wenn die Glaubensgeschwister ihn zum Weihnachtsessen einladen, lehnt er ab. Er könnte von der Geheimpolizei aufgegriffen werden. Er geht in seine Unterkunft, die ihm von Open Doors zur Verfügung gestellt wird, und verbringt Weihnachten im Gebet. Er betet dafür, dass seine Familie, die immer noch in Nordkorea lebt, Jesus begegnet.
(Bild: Portrait von Kim Jong-Il)


Gebetsanliegen:

  • Danken wir Gott, dass es weder Kim Il-Sung noch Kim Jong-Il gelungen ist, die christliche Gemeinde im Land auszulöschen
  • Beten wir für die vielen Christen, die in den Arbeitslagern festgehalten werden
  • Beten wir für eine Öffnung des Landes unter dem Nachfolger von Kim-Jong-Il

 

SourceOpen Doors